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Jugendwerkhof Freital "Junge Welt"

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Dieser Bereich widmet sich den Jugendwerkhof Freital und deren Ehemaligen.

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Jugendwerkhof 1949 - 1989  1990 Eigentum der Stadt Freital.

Objekt wurde Stück für Stück abgerissen, erst die linke Barckenreihe und Jahre später für
Rekultivierungsflächen im Zuge der neuen Autobahn A 17 die rechte Reihe.

Anschrift: Schachtstr. 97,  8210 Freital  DDR Bezirk: Dresden  Heute: nicht mehr vorhanden, abgerissen

Jugendwerkhof Freital "Junge Welt"

Radioaktive Verstrahlung auf dem Gelände des ehemaligen Jugendwerkhof Freital "Junge Welt"Sportplatz vom Jugendwerkof Freital "Junge Welt"


Ein Video vom JWH Freital, kurz nach de Wende

Hinweis zum Thema Radioaktivität in Freital    Betroffenene können sich gern über das Kontaktformular melden

Das Wismut-Erbe: Umweltbelastungen und Berufskrankheiten

Kapazitäten aus nachweisbaren Berichten des "Jungen" Jugendwerkhofs:

1963 Plätze ?, belegt mit  80

1977 Plätze 128, belegt mit  134

1978 Plätze 128, belegt mit  130

1980 Plätze 128, belegt mit  117

1988 Plätze 128, belegt mit  123

Christian Sachse schreibt, dass bei Recherchen über den Jugendwerkhof in Berichten von 1963, Gelder von Zöglingen durch eingeführte "Strafgelder" von den Werkhofleiter und Erziehern im großen Umfang unterschlagen wurden und diese für Zigaretten und Alkohol verwendeten. Erzieher veranstalteten im Beisein der Jugendlichen Trinkgelage und wurden nicht selten angetrunken auf dem Gelände vom JWH angetroffen. Der Frau von den damaligen Direktor wurden sexuelle Verhältnisse mit den Jugendlichen nachgesagt.

Aus Berichten von 1966 geht hervor das die Jugendwerkhöfe den Bezirken unterstellt wurden. Es wurde ein Teil der Belegschaft der Erzieher ausgetauscht und die Lebenssituation erheblich verbesserten. Gleichzeitig wird darauf verwiesen das das ein Einzug in ein neues Objekt standfand, was vermutlich ein neues Gebäude auf dem Gelände sein dürfte. Hierbei müsste es sich um Gebäude handeln die in Massivbauweise hergestellt wurden und sich rechtsseitig vom JWH Eingang befanden, worunter sich auch eine Turnhalle befand.

1977 gibt eine Statistik an das sich auf dem Gelände 134 Jugendliche befanden und 34 pädagogische Mitarbeiter, worunter sich 4 Frauen und 30 Männer befanden.

In einer Zusammenstellung 1978 waren 130 Jugendliche im Edelstahlwerk „8. Mai 1945“ Freital in einer Ausbildung zum Teilfacharbeiter „Schlosser“ in einer 18 monatigen Ausbildung. Im gleichen Jahr wurde, mit der Begründung das Jugendliche aus dem Jungendwerkhof nicht besser gestellt werden dürfe als andere in dieser Berufsausbildung, wurden ca. 100.000 Mark an Prämien den Auszubildenden nicht weiter gereicht und kam somit den Jungendwerkhof zu Gute, der über die Vergabe entschied.

In einer Zukunftsperspektive von 1980 sollte der JWH um 100 Plätze erweitert werden, wobei nur Bedarf von 50 Ausbildungsplätze bestand, was darauf schließen lässt das es sich hierbei  um Arbeitskräfte handeln dürfte die der Produktion zugeführt werden sollte.

1981 wurde die Stabilität des Pädagogenkollektivs vorbildlich erwähnt, was sicherlich auf die politische Einstellung zurück zuführen ist.

Christian Sachse gibt an das ein Teil der Jugendlichen nach ihrer Entlassung von der Abteilung Inneres der Räte der Kreise weiter erfasst wurden und sie ihr Aktivitäten überwachten.

Weiterhin verweist Christian Sachse auf die Strahlenbelastung, Schlammdeponien und die umliegenden Halden, die Gesundheitsgefährdungen darstellen dürften. Dazu gehören z.B. Feuerwehrübungen mit dem hoch verstrahlten Löschwasser aus den Haldenteich neben den JWH.

Mehr darüber kann in seinem Buch "Ziel Umerziehung" Spezialheime der DDR-Jugendhilfe 1945-1989 in Sachsen, vom Leipziger Universitätsverlag nachgelesen werden. ISBN 978-3-86583-787-5

Auszug eines Ehemaligen:

Hallo zusammen, also die Adresse war Schachtstrasse 97 in Freital.

Von den Erziehern fallen mir, Effenberger, Wiede, Hilbricht oder so dann gab´s noch einen der glaube ich Zimmer hieß. Direktor war damals Hantschke oder so ähnlich, der wohnte gleich da und sein Sohn war auch Erzieher. Als Ausbildung gab´s nur Teilfacharbeiter 1x koch (wurde in der Werkhofküche gemacht) und Schlosser, da wurde im Edelstahlwerk Freital in 3 Schichten gearbeitet. An andere Dinge dazu kann ich mich nicht erinnern. Es fand immer ein Wechsel statt, 3 Wochen arbeiten und eine Woche Schule, die Schule war auch mit auf dem Werkhofgelände.

Das Gelände war in 2 Reihen Baracken unterteilt, links die Gruppenräume, Küche und die Schlafräume, Recht das haus vom Direktor (könnten auch 2 oder 3 gewesen sein) dann die Schule sowie die Umkleideräume für die Arbeitssachen sowie die Raucherinsel.

Das sind die Dinge die mir zu Freital einfallen, manches kann nicht ganz richtig sein, aber im "Groben" könnte das passen. War 1983-84 dort.

MfG Steffen